Ein Blick zurück: die Geschichte des Verkehrsvereins Mainz e.V.

Gegründet wurde der Verkehrsverein 1910, in einer Zeit der Aufbruchsstimmung als viele patriotische Bürgerinnen und Bürger begannen sich auch für „ihre“ Stadt zu engagieren. Mainz war seit dem 19. Jahrhundert beliebtes Ziel für Reisende auf den Spuren der Rheinromantik und dies wollten die Gründerväter unterstützen. Seit 1840 hatte sich mit dem Aufkommen neuer Verkehrsmittel auf Fluss und Schiene das bis heute berühmte Rheinpanorama durch den Bau prachtvoller neuer Hotels verändert. In diesen Jahrzehnten erhielt die Stadt mit der neuen Rheinkehlbefestigung eine neue Uferpromenade. Die Rheintore und die verbindende niedrige Mauer bestehen bis heute. Gasthäuser umstanden den damaligen Brand. Und die Große Bleiche galt aufgrund ihrer großzügigen Anlage als einer der schönsten Straßenzüge.

 

Um das Gründungsjahr erlebte Mainz einen ungeheuren Schub in der Stadtentwicklung. Der Bau der Christuskirche und die Kaiserstraße entstanden bis 1903. Das Stadttheater wurde 1910 erweitert, zahlreiche Schulen, Museen und die Kaiserbrücke als Infrastrukturmaßnahme werden gebaut. 1911/12 wird als Vorgänger der Universitätskliniken das Städtische Krankenhaus aus- und das Hildegardis-Krankenhaus neugebaut. Das seit Napoleonischer Zeit verwahrloste Kurfürstliche Schloss wird rundum erneuert.

 

Der junge Verkehrsverein wirkt mit bei der Verschönerung der engen Gassen und Plätze der Altstadt, die Gäste anziehen und begeistern soll. Der bis heute meistfotografierte Platz, der Kirschgarten, erhält seinen Brunnen mit Madonna und Motiven der Weingeschichte.

In den 1930er Jahren soll der Fremdenverkehr durch die neue Straßenwegweisung mit blauen und roten Schildern belebt werden. Die auch im 19. Jahrhundert gegründeten Fastnachtsvereine steuern mit Fremdensitzungen das ihre zur Stadtattraktivität bei.

In dieser Zeit entsteht auch eines der bis heute beliebtesten Mainzer Feste: der Mainzer Weinmarkt. Er fand zunächst ab 1932 in der Stadthalle statt, nach dem 2. Weltkrieg und der Neugründung des Verkehrsvereins auf dem Gelände des 1925 angelegten Stadtparks.

 

Die 60er und 70er Jahre standen im Zeichen des Wiederaufbaus und des Wirtschaftswunders. Der Verkehrsverein unter der Leitung von Hans Baumann bot Bürgerreisen an und erwarb sogar ein Hotel, in dem für einige Jahre die Touristinformation der Stadt betrieben wurde. Unter seinem Nachfolger Gerhard Zwick zog der Verkehrsverein in den Brückenturm am Rathaus, in dem die Stadt Mainz kostenfrei Räume für den Betrieb des Servicepoints zur Verfügung stellte.

 

2010 wurde der 100. Geburtstag des Verkehrsvereins mit Angeboten für die Mitglieder und einem Festakt gefeiert. Anfang 2013 stand eine Neuordnung der touristischen Strukturen an. Teile des operativen Geschäfts wurden in die neu gegründete mainzPlus Citymarketing GmbH überführt; so auch die Geschäftsstelle, die jetzt Touristik Service Center heißt.

 

Für den Verkehrsverein als Körperschaft bedeutet es eine Rückbesinnung auf die Wurzeln, sein Engagement als Förderer von Angeboten für Mainzer und Gäste der Stadt.

 

Weitere Informationen finden Sie hier in der Chronik zum Download.